Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Licht-Freunde,

wenn Sie unsere Jubiläumspublikation (die wir Ihnen in Kürze auch online vorstellen) aufschlagen, endet gerade ein langes und intensives Kapitel unserer Firmengeschichte – und ein neues wird geöffnet.
Was könnte an einem solchen Wendepunkt also besser passen als ein Jubiläumsbuch, das zurückschaut auf eine wirklich einmalige Familientradition, einen Blick wirft auf die weitere Entwicklung in einem sich verändernden Lichtmarkt, zugleich jedoch auf unsere Pläne für die perfekte und individuelle Betreuung unserer Kunden – also von Ihnen – in einer immer mehr digital-materiell ausgerichteten Welt.

Als ich, Heinrich Remagen, zusammen mit meinem Bruder Gottfried schon in jüngeren Jahren die Lichtwelt unseres Hauses betrat und unser Vater Artur Remagen uns 1981 zu Geschäftsführern bestellte, beschränkte sich die „Lichttechnik“ auf Glühlampen mit Schraubgewinde in 27 und 14 mm (E27, E14). Für Verwaltungsgebäude gab es auch Leuchtstofflampen, die aber im privaten Bereich aufgrund ihrer Bauform und Abstrahlcharakteristik keine Anwendung fanden. Heute, fast 40 Jahre später, hat eine Entwicklung stattgefunden, die in etwa vergleichbar ist der vom Rechenschieber zum Quantencomputer.
Immer wieder, von der Zeit der ersten städtischen Gasbeleuchtung – mit der die Zeit der Nachtwächter endete – bis heute haben die Firmenlenker unseres Lichthauses sich und ihr Geschäftsmodell neu erfinden müssen, was durchaus auch die Bewältigung von Krisen einschloss.
Nach den Handwerks-Gründergenerationen (erste und zweite) und dem Aufbau einer Leuchtenfabrik durch meinen Großvater (dritte Generation) eröffnete mein Vater Artur nach Ende des letzten Krieges in der vierten Generation ein Einzelhandelsgeschäft in der Kölner Innenstadt (Zeppelinstraße), dessen Sitz er 1964 wegen Abrisses des alten Domizils an den jetzigen Standort Neumarkt verlegte. Die Fortführung dieses Fachhandels – zunächst mit meinem Bruder, ab 1992 allein und seit einigen Jahren mit meiner Familie (fünfte Generation) – erwies sich als Teil meines Lebensplanes (man könnte auch sagen meines Karmas) und entwickelte sich streckenweise zu einer echten Herausforderung.
Welche Fehler kann man machen? Heute weiß ich es, denn ich habe wohl nicht viele ausgelassen.

Schon einige Zeit vor dem Einzug der LED-Technik in die Allgemeinbeleuchtung, so um das Jahr 2005, stellte ich mir die fundamentale Frage nach dem Charakter und der Qualität von künstlichem Licht, das sich mit der Entwicklung der Energiesparlampen bereits spürbar (und das ist wortwörtlich gemeint!) und meilenweit von einer uns zuträglichen Strahlungsquelle wie der Glühlampe entfernt hatte. Die Ingenieurskunst und der wissenschaftliche Forschungstrieb führten auch mit der Entwicklung der LED konsequent fort von der einzigen humanbiologisch verträglichen Lichtquelle, welche die Glühlampe als sonnenähnlicher Wärmestrahler war und im Grunde bis heute ist. Nach dieser Erkenntnis begann ich, Vorträge zu halten über die künstliche Beleuchtung und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Das Thema Lichtgesundheit und unsere darauf spezialisierte Beratung entwickelten sich zu einem Alleinstellungsmerkmal besonderer Art.

Aus diesem persönlichen Interesse und der Erforschung der biophysikalischen und humanbiologischen Zusammenhänge ergab sich ein breites Feld von Themen, das sich wie von selbst erweiterte und sicher auch meinen zukünftigen Weg eng begleiten wird. Da erscheint es wie eine Fügung, dass ich nun mein Geschäftsengagement loslassen darf. Nach unserem 175-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2020 freue ich mich, dass die sechste Generation, meine Söhne Oliver und Patrick, bei der „Neugeburt“ das Lichthaus als reines Beratungs-, Planungs- und Dienstleistungsunternehmen an neuem Standort in zeitgemäßer Form neu entstehen lassen und ich sie – wenn gewünscht – dabei begleiten darf.

Heinrich Remagen